Tennis-Aufschlag richtig lernen: Technik, Tipps und Übungen für einen besseren Aufschlag
Der Aufschlag im Tennis ist einer der wichtigsten Schläge überhaupt – und gleichzeitig einer der technisch anspruchsvollsten. Er eröffnet jeden Punkt und ist der einzige Schlag, bei dem der Spieler den Ball vollständig selbst kontrolliert. Niemand bestimmt Geschwindigkeit, Richtung oder Höhe des ankommenden Balls. Genau deshalb bietet ein guter Aufschlag enorme Möglichkeiten.
Doch wie sieht die richtige Aufschlagtechnik aus? Wie sollte der Ball hochgeworfen werden? Wo befindet sich der optimale Treffpunkt? Und wie bekommt man mehr Geschwindigkeit in den Aufschlag, ohne einfach nur mit möglichst viel Kraft zuzuschlagen?
In diesem Ratgeber erklären wir den Tennis-Aufschlag Schritt für Schritt und zeigen, wie sich Technik, Sicherheit, Präzision und Geschwindigkeit gezielt verbessern lassen.
Warum der Aufschlag im Tennis so wichtig ist
Jeder Punkt im Tennis beginnt mit einem Aufschlag. Wer gut aufschlägt, kann deshalb von Beginn an Einfluss darauf nehmen, wie sich der Ballwechsel entwickelt.
Ein guter Aufschlag muss dabei keineswegs immer besonders schnell sein. Gerade im Freizeit- und Mannschaftstennis ist ein sicherer und gut platzierter Aufschlag häufig wirkungsvoller als ein extrem harter Aufschlag mit hoher Fehlerquote.
Wer unterschiedliche Platzierungen, Geschwindigkeiten und Schnittvarianten beherrscht, macht es dem Rückschläger wesentlich schwerer, sich auf den Aufschlag einzustellen.
Ein guter Tennis-Aufschlag zeichnet sich aus durch:
- eine zuverlässige und wiederholbare Bewegung,
- einen kontrollierten Ballwurf,
- einen hohen Treffpunkt,
- eine flüssige Beschleunigung des Schlägers,
- eine gute Platzierung,
- ausreichende Sicherheit und
- die Möglichkeit, verschiedene Varianten zu spielen.
Das Ziel sollte deshalb nicht einfach lauten: „Ich möchte härter aufschlagen.“ Viel sinnvoller ist es, den Aufschlag als Gesamtbewegung zu verbessern.
Die richtige Ausgangsposition beim Tennis-Aufschlag
Ein guter Aufschlag beginnt bereits vor dem eigentlichen Schlag.
Die Ausgangsposition sollte stabil, aber nicht verkrampft sein. Rechtshänder stehen normalerweise so, dass der linke Fuß in Richtung des rechten Netzpfostens beziehungsweise leicht diagonal ins Spielfeld zeigt. Der rechte Fuß befindet sich dahinter. Bei Linkshändern ist es entsprechend umgekehrt.
Die genaue Fußstellung kann sich je nach persönlicher Technik unterscheiden. Entscheidend ist, dass eine stabile Basis entsteht und gleichzeitig eine natürliche Körperdrehung möglich bleibt.
Das Körpergewicht sollte nicht starr auf einem Bein liegen. Bereits während der Vorbereitung entsteht eine Gewichtsverlagerung, die später Bestandteil der gesamten Aufschlagbewegung wird.
Der richtige Griff für den Aufschlag
Einer der häufigsten Fehler bei Spielern, die den Tennis-Aufschlag lernen, ist der falsche Griff.
Viele Anfänger halten den Schläger ähnlich wie bei einer Vorhand. Das fühlt sich zunächst einfacher an, begrenzt aber langfristig die Möglichkeiten des Aufschlags erheblich.
Für den klassischen Aufschlag wird normalerweise der sogenannte Continental-Griff verwendet. Er wird häufig auch als Hammergriff bezeichnet, weil die Hand den Schläger ungefähr so umfasst, als würde man einen Hammer halten.
Dieser Griff ermöglicht die notwendige Bewegung des Unterarms und erleichtert unterschiedliche Aufschlagvarianten wie Slice- oder Kick-Aufschlag.
Anfangs kann sich der Continental-Griff ungewohnt anfühlen. Es lohnt sich jedoch, ihn konsequent zu üben, denn ein späterer Griffwechsel ist häufig deutlich schwieriger.
Der Ballwurf: Grundlage für einen konstanten Aufschlag
Kaum ein Bestandteil des Aufschlags wird so häufig unterschätzt wie der Ballwurf.
Dabei bestimmt der Ballwurf maßgeblich, ob der gesamte Bewegungsablauf funktioniert. Ist der Ball zu weit vorne, hinten, rechts oder links, muss der Spieler die eigentliche Schlagbewegung korrigieren.
Ein gleichmäßiger Ballwurf sorgt dagegen dafür, dass die Aufschlagbewegung immer wieder unter ähnlichen Bedingungen ausgeführt werden kann.
Der Ball sollte möglichst ruhig in den Fingern liegen und nicht fest in der Handfläche gehalten werden. Der Wurfarm bewegt sich kontrolliert nach oben. Ein starkes Abknicken des Handgelenks sollte vermieden werden.
Für einen klassischen ersten Aufschlag wird der Ball bei einem Rechtshänder typischerweise leicht vor dem Körper und etwas rechts beziehungsweise ungefähr in Verlängerung der Schlagbewegung platziert. Die genaue Position hängt allerdings von Technik und gewünschter Aufschlagvariante ab.
Wie hoch sollte der Ball beim Tennis-Aufschlag geworfen werden?
Der Ball muss hoch genug geworfen werden, damit er am optimalen Treffpunkt erreicht werden kann. Gleichzeitig sollte der Ballwurf nicht unnötig hoch sein.
Ein extrem hoher Ballwurf erschwert das Timing. Der Ball befindet sich länger in der Luft und wird anfälliger für Wind oder kleine Abweichungen.
Ziel ist ein Ballwurf, der zur individuellen Aufschlagbewegung passt.
Der Treffpunkt sollte mit möglichst weit nach oben gestrecktem Schlagarm erfolgen. Dadurch entsteht ein hoher Treffpunkt, der es erleichtert, den Ball über das Netz und anschließend in das Aufschlagfeld zu spielen.
Die Aufschlagbewegung: Nicht in Einzelteile zerlegen
Bei Erklärungen zum Tennis-Aufschlag wird die Bewegung häufig in zahlreiche einzelne Phasen unterteilt. Das kann hilfreich sein, um bestimmte technische Aspekte zu verstehen.
Auf dem Platz sollte daraus jedoch möglichst schnell wieder eine flüssige Gesamtbewegung entstehen.
Vereinfacht lässt sich die Bewegung folgendermaßen beschreiben:
Stabile Ausgangsposition einnehmen.
Ballwurf und Schlägerbewegung einleiten.
Knie und Körper in die Bewegung einbeziehen.
Schulter und Oberkörper nach oben zum Ball bewegen.
Den Schläger beschleunigen und den Ball möglichst hoch treffen.
Die Bewegung nach dem Treffpunkt natürlich ausschwingen lassen.
Besonders wichtig ist der Rhythmus. Wer versucht, jede einzelne Phase bewusst zu kontrollieren, entwickelt häufig eine stockende Bewegung.
Ein guter Aufschlag wirkt dagegen flüssig und dynamisch.
Wo liegt der optimale Treffpunkt?
Der Ball sollte beim Aufschlag möglichst hoch getroffen werden.
Dafür wird der Schlagarm weit nach oben gestreckt. Der Spieler versucht jedoch nicht einfach, senkrecht nach oben zu schlagen. Der gesamte Körper bewegt sich in Richtung des Balls und je nach Aufschlagtechnik auch leicht in das Spielfeld hinein.
Ein niedriger Treffpunkt kostet Geschwindigkeit und verkleinert den möglichen Winkel über das Netz.
Gleichzeitig sollte der Spieler nicht versuchen, sich künstlich zu überstrecken. Der Treffpunkt muss innerhalb einer natürlichen und kontrollierbaren Bewegung liegen.
Wie bekommt man mehr Geschwindigkeit in den Aufschlag?
Viele Spieler versuchen, einen schnelleren Aufschlag zu erzielen, indem sie einfach stärker mit dem Arm schlagen.
Genau das führt häufig zum Gegenteil.
Der Arm verkrampft, die Bewegung wird langsamer und die Kontrolle nimmt ab.
Aufschlaggeschwindigkeit entsteht vor allem durch eine gut koordinierte Bewegungskette. Die Beine erzeugen Energie, der Rumpf dreht und streckt sich, Schulter und Arm beschleunigen und schließlich wird diese Geschwindigkeit auf den Schläger übertragen.
Eine lockere Bewegung kann deshalb deutlich mehr Geschwindigkeit erzeugen als ein Aufschlag, bei dem der Spieler mit maximaler Muskelkraft arbeitet.
Erster und zweiter Aufschlag: Was ist der Unterschied?
Im Tennis stehen für jeden Punkt grundsätzlich zwei Aufschlagversuche zur Verfügung. Daraus ergeben sich unterschiedliche taktische Möglichkeiten.
Beim ersten Aufschlag kann häufig etwas mehr Risiko eingegangen werden. Geschwindigkeit und aggressive Platzierung können dafür sorgen, dass der Gegner nur schwer returnieren kann.
Beim zweiten Aufschlag steht die Sicherheit stärker im Vordergrund.
Das bedeutet allerdings nicht, dass der zweite Aufschlag einfach langsam in das Feld gespielt werden sollte. Ein sehr vorsichtiger zweiter Aufschlag kann für einen guten Returnspieler zur Einladung werden.
Deshalb lernen fortgeschrittene Spieler häufig, den zweiten Aufschlag mit mehr Rotation zu spielen. Ein Kick- oder Slice-Aufschlag ermöglicht Sicherheit und erschwert gleichzeitig den Return.
Flat, Slice und Kick: Die wichtigsten Aufschlagvarianten
Mit zunehmender Erfahrung lohnt es sich, unterschiedliche Aufschlagvarianten zu entwickeln.
Der flache Aufschlag
Beim flachen beziehungsweise Flat-Aufschlag steht eine hohe Geschwindigkeit im Vordergrund. Er eignet sich besonders für einen offensiven ersten Aufschlag.
Der Slice-Aufschlag
Beim Slice erhält der Ball seitliche Rotation. Dadurch verändert sich die Flugbahn und der Ball springt nach dem Bodenkontakt seitlich weg.
Besonders nach außen gespielt kann der Slice-Aufschlag den Gegner weit aus dem Feld ziehen und dadurch freie Räume für den nächsten Schlag schaffen.
Der Kick-Aufschlag
Der Kick-Aufschlag besitzt stärkere Vorwärts- beziehungsweise Topspin-Komponenten. Dadurch fliegt der Ball mit mehr Sicherheitsabstand über das Netz und springt anschließend höher ab.
Gerade als zweiter Aufschlag kann diese Variante sehr wertvoll sein.
Platzierung ist oft wichtiger als Geschwindigkeit
Ein Aufschlag mit 180 km/h sieht beeindruckend aus. Im Match entscheidet jedoch nicht die Geschwindigkeitsanzeige über den Punkt.
Ein etwas langsamerer, aber präzise platzierter Aufschlag kann wesentlich wirkungsvoller sein.
Grundsätzlich lassen sich drei wichtige Zielbereiche unterscheiden:
- nach außen: Der Gegner wird aus dem Platz gezogen,
- auf den Körper: Der Returnspieler bekommt weniger Raum für seine Schlagbewegung,
- durch die Mitte: Der Weg des Balls ist kürzer und ein direkter Winkel kann entstehen.
Wer diese Bereiche gezielt anspielen kann, wird für den Gegner schwerer auszurechnen.
Die häufigsten Fehler beim Tennis-Aufschlag
Viele Probleme beim Aufschlag haben ähnliche Ursachen.
1. Unkontrollierter Ballwurf
Wenn der Ball jedes Mal an einer anderen Stelle landet, kann auch die Schlagbewegung nicht konstant werden.
2. Falscher Griff
Ein Vorhandgriff erschwert eine moderne und vielseitige Aufschlagtechnik.
3. Zu viel Kraft
Verkrampfte Muskeln verhindern eine schnelle und flüssige Bewegung.
4. Zu niedriger Treffpunkt
Dadurch gehen Geschwindigkeit, Winkel und Kontrolle verloren.
5. Nur mit dem Arm schlagen
Beine und Oberkörper sollten Teil der gesamten Bewegungskette sein.
6. Zweiten Aufschlag nur vorsichtig spielen
Ein guter zweiter Aufschlag braucht Sicherheit, aber trotzdem eine aktive Bewegung.
Wie kann man den Tennis-Aufschlag effektiv trainieren?
Wer seinen Tennis-Aufschlag verbessern möchte, sollte nicht einfach einen Korb mit 100 Bällen nehmen und jeden Ball möglichst hart aufschlagen.
Effektiver ist ein Training mit konkreten Aufgaben.
Beispielsweise können zunächst zehn Minuten ausschließlich Ballwürfe trainiert werden. Anschließend werden Aufschläge mit reduzierter Geschwindigkeit gespielt, wobei der Fokus auf einer flüssigen Bewegung liegt.
Danach kann die Platzierung trainiert werden. Dafür werden Zielbereiche im Aufschlagfeld markiert.
Erst wenn Technik und Kontrolle stabil sind, sollte die Geschwindigkeit zunehmend erhöht werden.
Beispiel für eine Aufschlag-Trainingseinheit
- 10 kontrollierte Ballwürfe ohne Schläger
- 10 lockere Aufschläge mit Fokus auf Rhythmus
- 10 Aufschläge nach außen
- 10 Aufschläge durch die Mitte
- 10 Aufschläge auf den Körper
- 10 zweite Aufschläge mit Rotation
- anschließend Punkte mit erstem und zweitem Aufschlag ausspielen
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Warum gezieltes Aufschlagtraining besonders effektiv ist
Der Aufschlag unterscheidet sich von fast allen anderen Schlägen im Tennis: Man kann ihn sehr gezielt trainieren. Es wird kein Trainingspartner benötigt, der den Ball zuspielt, denn jeder Aufschlag beginnt mit dem eigenen Ballwurf.
Trotzdem reicht es nicht aus, einfach möglichst viele Aufschläge hintereinander zu schlagen. Wer eine ungünstige Bewegung immer wieder wiederholt, trainiert möglicherweise genau den Fehler, den er eigentlich beseitigen möchte.
Deshalb ist gezieltes Aufschlagtraining besonders sinnvoll. Dabei wird zunächst analysiert, an welcher Stelle der Bewegung Verbesserungspotenzial besteht.
Manchmal liegt das Problem beispielsweise gar nicht in der eigentlichen Schlagbewegung, sondern bereits beim Ballwurf. Bei anderen Spielern fehlt eine ausreichende Beschleunigung, der Treffpunkt ist zu niedrig oder der Körper wird kaum in die Bewegung einbezogen.
Auch die Anforderungen können unterschiedlich sein. Ein Spieler möchte vielleicht mehr Geschwindigkeit entwickeln, während ein anderer vor allem einen zuverlässigeren zweiten Aufschlag benötigt.
Im Aufschlagtraining kann beispielsweise gezielt gearbeitet werden an:
- Ballwurf und Treffpunkt
- Griffhaltung
- Bewegungsablauf und Rhythmus
- Schlägerbeschleunigung
- Einsatz von Beinen und Oberkörper
- Platzierung des Aufschlags
- erstem und zweitem Aufschlag
- Slice- und Kick-Aufschlag
- Sicherheit unter Druck
Aufschlagtraining für fortgeschrittene Tennisspieler
Wer bereits über grundlegende Tenniserfahrung verfügt, kann durch ein gezieltes Aufschlagtraining häufig besonders große Fortschritte erzielen.
Kleine technische Veränderungen können einen erheblichen Unterschied machen. Ein besserer Ballwurf kann beispielsweise dafür sorgen, dass der Treffpunkt konstanter wird. Eine flüssigere Bewegung kann mehr Geschwindigkeit erzeugen, ohne dass dafür mehr Kraft eingesetzt werden muss.
Ebenso wichtig ist es, den Aufschlag nicht isoliert zu betrachten. Im Match soll der Aufschlag schließlich dazu dienen, den anschließenden Ballwechsel möglichst günstig zu eröffnen.
Deshalb gehören auch Platzierung und taktische Überlegungen zu einem guten Aufschlagtraining. Ein gezielter Aufschlag nach außen kann beispielsweise den Platz öffnen. Ein Aufschlag auf den Körper kann den Gegner bei der Schlagvorbereitung behindern. Ein Aufschlag durch die Mitte kann wiederum einen direkten und kurzen Weg durch das Aufschlagfeld ermöglichen.
Wer diese Varianten kontrolliert einsetzen kann, wird beim eigenen Aufschlag deutlich schwerer auszurechnen.
Du möchtest deinen Aufschlag gezielt verbessern?
In unserem Aufschlagtraining Level 2 für Fortgeschrittene arbeiten wir gezielt an der Aufschlagtechnik und daran, den eigenen Aufschlag sicherer und wirkungsvoller einzusetzen.
Dabei können unter anderem Technik, Ballwurf, Bewegungsablauf, Treffpunkt, Platzierung sowie verschiedene Aufschlagvarianten trainiert und individuell verbessert werden.
Wie oft sollte man den Tennis-Aufschlag trainieren?
Regelmäßigkeit ist beim Aufschlagtraining wichtiger als eine einzelne sehr lange Trainingseinheit.
Wer nur alle paar Wochen 100 Aufschläge hintereinander schlägt, wird häufig weniger Fortschritte erzielen als ein Spieler, der regelmäßig kleinere Trainingseinheiten einplant.
Schon 15 bis 20 Minuten gezieltes Aufschlagtraining können sinnvoll sein. Entscheidend ist, mit einer konkreten Aufgabe auf den Platz zu gehen.
An einem Trainingstag kann beispielsweise ausschließlich der Ballwurf im Mittelpunkt stehen. Beim nächsten Training wird die Platzierung trainiert und in einer weiteren Einheit der zweite Aufschlag.
Dadurch bleibt die Konzentration hoch und technische Veränderungen können bewusster umgesetzt werden.
Den Aufschlag auch unter Druck trainieren
Zwischen einem Aufschlag im Training und einem Aufschlag bei Breakball im Match besteht ein großer Unterschied.
Im Training hat ein Fehler zunächst keine Konsequenzen. Im Match kann ein Doppelfehler dagegen einen wichtigen Punkt oder sogar ein ganzes Spiel kosten.
Deshalb sollte gutes Aufschlagtraining im Tennis irgendwann auch Drucksituationen enthalten.
Eine einfache Möglichkeit besteht darin, Punkte zu vergeben. Der Spieler bekommt beispielsweise zehn Versuche und muss mindestens sieben zweite Aufschläge sicher in das richtige Feld spielen.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, komplette Aufschlagspiele zu simulieren. Jeder erste und zweite Aufschlag zählt genau wie im Match.
Dadurch verändert sich die mentale Situation und der Spieler lernt, seine Technik auch dann abzurufen, wenn ein Fehler tatsächlich eine Konsequenz hat.
Der zweite Aufschlag verdient besonders viel Aufmerksamkeit
Viele Tennisspieler trainieren vor allem ihren ersten Aufschlag. Das ist verständlich: Ein schneller erster Aufschlag macht Spaß und ein Ass sorgt unmittelbar für ein Erfolgserlebnis.
Für das Match kann der zweite Aufschlag jedoch mindestens genauso wichtig sein.
Wer seinem zweiten Aufschlag nicht vertraut, verändert häufig automatisch auch den ersten Aufschlag. Das Risiko wird reduziert, weil im Hinterkopf bereits die Angst vor einem möglichen Doppelfehler vorhanden ist.
Ein zuverlässiger zweiter Aufschlag schafft dagegen Sicherheit.
Ziel sollte sein, auch beim zweiten Aufschlag eine aktive und vollständige Bewegung auszuführen. Statt den Ball nur vorsichtig ins Feld zu bringen, kann zusätzliche Rotation für Sicherheit sorgen.
Genau deshalb gehören Slice und insbesondere ein Aufschlag mit stärkerer Rotation für viele fortgeschrittene Spieler zu den wichtigsten Entwicklungsschritten beim Aufschlag.
Aufschlag und der erste Schlag danach
Ein guter Aufschlag ist nicht zwangsläufig derjenige, der direkt zum Ass führt.
Häufig ist ein Aufschlag bereits dann erfolgreich, wenn der Gegner nur einen schwachen Return spielen kann. Dadurch bekommt der Aufschläger die Möglichkeit, den nächsten Ball offensiv zu spielen.
Fortgeschrittene Spieler sollten deshalb zunehmend in Kombinationen denken.
Typische Kombinationen können sein:
- Aufschlag nach außen und anschließend in das offene Feld spielen
- Aufschlag auf den Körper und einen kurzen Return offensiv übernehmen
- Aufschlag durch die Mitte und mit dem nächsten Ball Druck aufbauen
- Slice-Aufschlag nach außen und anschließend den freien Platz nutzen
Auf diese Weise wird aus dem Aufschlag nicht nur ein einzelner Schlag, sondern der Beginn einer taktischen Strategie für den gesamten Punkt.
Wie lange dauert es, einen guten Tennis-Aufschlag zu lernen?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort.
Der Aufschlag gehört zu den komplexesten Bewegungsabläufen im Tennis. Deshalb sollte niemand erwarten, nach wenigen Trainingseinheiten einen technisch perfekten Aufschlag zu beherrschen.
Gleichzeitig können einzelne Verbesserungen relativ schnell spürbar sein.
Ein konstanterer Ballwurf kann bereits innerhalb kurzer Zeit zu mehr Sicherheit führen. Eine verbesserte Griffhaltung oder ein höherer Treffpunkt können ebenfalls unmittelbar Auswirkungen haben.
Die gesamte Bewegung zu automatisieren benötigt dagegen Zeit und regelmäßige Wiederholungen.
Besonders wichtig ist, technische Veränderungen zunächst nicht ausschließlich am Ergebnis zu beurteilen. Wenn ein Spieler seinen Griff verändert, kann die Trefferquote kurzfristig sogar schlechter werden. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Veränderung falsch ist.
Neue Bewegungsmuster müssen zunächst gelernt und anschließend automatisiert werden.
Technik vor Geschwindigkeit
Gerade ambitionierte Spieler möchten häufig möglichst schnell einen härteren Aufschlag entwickeln.
Geschwindigkeit sollte jedoch das Ergebnis einer guten Bewegung sein und nicht das alleinige Trainingsziel.
Ein technisch sauberer und lockerer Aufschlag besitzt langfristig wesentlich mehr Entwicklungspotenzial als eine verkrampfte Bewegung, bei der Geschwindigkeit ausschließlich durch Kraft erzeugt werden soll.
Deshalb gilt insbesondere bei technischen Veränderungen: zunächst kontrolliert arbeiten, anschließend die Bewegung stabilisieren und erst danach die Geschwindigkeit erhöhen.
Auch die mentale Stärke entscheidet beim Aufschlag
Der Aufschlag ist nicht nur technisch, sondern auch mental besonders interessant.
Vor jedem Aufschlag hat der Spieler Zeit. Das kann ein Vorteil sein, aber auch dazu führen, dass zu viel nachgedacht wird.
Besonders nach einem Doppelfehler beginnen manche Spieler, ihre Bewegung bewusst zu kontrollieren. Der Arm wird vorsichtiger, die Bewegung langsamer und der nächste Aufschlag dadurch möglicherweise noch unsicherer.
Eine feste Routine kann helfen.
Viele Spieler entwickeln deshalb einen immer ähnlichen Ablauf vor dem Aufschlag: Position einnehmen, Ball prellen, Ziel festlegen, ruhig atmen und anschließend die Bewegung ausführen.
Eine solche Routine kann dabei helfen, sich auf die Aufgabe zu konzentrieren und störende Gedanken auszublenden.
Was macht am Ende einen wirklich guten Tennis-Aufschlag aus?
Ein guter Aufschlag lässt sich nicht allein anhand seiner Geschwindigkeit beurteilen.
Viel wichtiger ist, ob der Spieler den Aufschlag zuverlässig einsetzen und an unterschiedliche Spielsituationen anpassen kann.
Ein wirkungsvoller Aufschlag verbindet deshalb mehrere Eigenschaften:
- eine stabile und wiederholbare Technik,
- einen konstanten Ballwurf,
- eine flüssige Beschleunigung,
- einen hohen Treffpunkt,
- gute Platzierung,
- Variabilität bei Geschwindigkeit und Rotation,
- einen zuverlässigen zweiten Aufschlag und
- die Fähigkeit, den Aufschlag auch unter Druck abzurufen.
Wer diese Bereiche Schritt für Schritt entwickelt, wird nicht nur mehr Asse schlagen. Vor allem wird der eigene Aufschlag zu einem Schlag, mit dem Ballwechsel aktiv gestaltet werden können.
Fazit: Einen guten Tennis-Aufschlag kann man gezielt entwickeln
Der Tennis-Aufschlag ist eine komplexe Bewegung, aber genau das macht ihn gleichzeitig zu einem besonders interessanten Trainingsbereich.
Ein kontrollierter Ballwurf, der richtige Griff, ein hoher Treffpunkt und eine flüssige Bewegung bilden die technische Grundlage. Geschwindigkeit entsteht anschließend nicht durch möglichst viel Kraft, sondern durch das koordinierte Zusammenspiel des gesamten Körpers.
Mit zunehmender Erfahrung kommen Platzierung, Slice, Kick und taktische Varianten hinzu. Gleichzeitig sollte insbesondere der zweite Aufschlag regelmäßig trainiert werden.
Wer seinen Aufschlag verbessern möchte, sollte deshalb nicht einfach möglichst viele Bälle schlagen. Wesentlich effektiver ist es, einzelne Bereiche gezielt zu trainieren und anschließend wieder in eine natürliche Gesamtbewegung zu integrieren.
Dabei gilt: Ein guter Aufschlag muss nicht immer der schnellste sein. Ein sicherer, variabler und gut platzierter Aufschlag kann im Match wesentlich wertvoller sein.
Mit regelmäßigem und gezieltem Training kann der Aufschlag Schritt für Schritt von einem reinen Spieleröffnungs-Schlag zu einer echten Stärke im eigenen Tennisspiel werden.
Den eigenen Aufschlag gezielt verbessern
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